Joggen...äh... Bergsteigen in Stuttgart

 

Nach 5 Stunden Zugfahrt kam ich am Montag bei Jule (Schwester einer ehem. Kollegin) und Thorsten im Stuttgarter Stadtteil Heslach an, wo ich die Woche über wohnen durfte. Ich wollte unbedingt noch laufen gehen und weil es schon dunkel wurde, ging das nur auf beleuchteten Wegen. Und die hatten es in sich. Hoch und runter. Gar nicht mal so steil am Anfang, aber ich kam ganz schön ins Schnaufen. Franzis „get out of your comfort-zone“ kam mir in den Kopf und ich kämpfte mich weiter. Zwischendurch gabs immer mal wieder einen schönen Blick auf die beleuchtete Stadt. Und plötzlich landete ich auf der Straße Hasenbergsteige. Wenn ich DA wohnen würde, würde ich durchdrehen. An Radfahren ist nicht zu denken und selbst zu Fuß ist ein ganz schöner Gewaltakt da hoch. Aber ich tippelte fleißig weiter bis die Straßenlaternen endeten und stand dann vor der nächsten Herausforderung: Runter!

Muskelkater in den Schienenbeinen gabs gratis obendrauf.

Und am Donnerstag nahm ich mir am Nachmittag die Karlshöhe vor. Die ist nicht so lange so steil. Einmal so richtig und dann ist man oben. Und belohnt wurde ich mit herbstlich gefärbten Bäumen, Weinstöcken und mit einem tollen Blick auf Stuttgart! Die Bilder mit dem Biergarten sind hier entstanden.

Und dann lief ich zurück. Ich fühlte mich fit und so packte mich der Ehrgeiz noch die Heslacher Wand zu bezwingen, die hinter Jules Haus hoch geht. Alter Verwalter. DAS war hart. Erst jede Menge Stäffele (so heißen die Treppen, die überall in der Stadt senkrecht den Hang hochführen) und später schmale, steile Wege. Aber ich habe es auch nicht übers Herz gebracht kurz vor oben abzubrechen. Obwohl ich keine Ahnung hatte, wann Oben ist. Also schleppte ich mich, mittlerweile nicht mehr joggend, sondern ganz normal gehend, immer weiter. Wo ich mich befand konnte ich durch die ganzen Serpentinen und Kurven auch nicht mehr genau sagen und als ich gerade voll im Tritt war, war ich oben. Und es war der Hasenbergturm, der dort stand. 5 Minuten Pause, Ausblick genießen und dann wartete der Abstieg. Steile Schotterwege sind schon hoch anspruchsvoll, aber runter hatte ich echt Schiss auszurutschen. Aber es ging alles gut und ich entscheid mich auch für einen teilweise anderen Rückweg. So kam ich noch in den besonders eindrucksvollen Anblick eines schwarzgelben 15cm großen Salamanders. Irre!


Mein Fazit: Es ist hier echt anders, aber anders ist spannend zu entdecken.

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