Mein Island Abenteuer

Weil sich doch viele Menschen gewünscht haben regelmäßig von mir und meinen Erlebnissen zu hören, werde ich diesen Sommer meine etwas in Vergessenheit geratene Webseite wieder aus dem Schlaf holen und hier Bilder und Geschichten mit euch teilen. 

Am 22. Juni - am Mittsommerwochenende - geht mein Flug über Brüssel nach Reykjavik. Wohnen werde ich in Reykholt. Am 6. August komme ich zurück. 


Es ist Sommer und keiner geht reiten.

28. Juli 2017

Happy birthday Ina!

Happy birthday Ria!

 

Hier ist seit nun 5 Tagen richtig Sommer. Einen Tag war es sogar über 20 Grad. Große Hitze ;-)

Aber im Ernst. 21 Grad mit Sonnenschein fühlen sich hier viel viel wärmer an, weil die Sonne echt ne andere Intensität hat.

Verwunderlich ist nur, dass wir für die ganze Woche keine Buchungen für Reittouren haben.

Aber das führt auch dazu, dass Josefina mal Zeit hat Ausflüge mit den Kindern zu machen. Und da ihr aufgefallen war, dass ich außer dem näheren Umfeld hier noch nichts von Island gesehen habe, waren wir jetzt ein bisschen unterwegs.

Wir sind am Dienstag ein Stück auf die Halbinsel Snaefellsnes gefahren und waren am Strand. Leider war es an der Küste doch ein bisschen diesig, so dass wir den wunderschönen Gletscher Snaefellsjökull nicht so oft sehen konnten. Aber trotzdem.....wir waren die meiste Zeit ganz alleine an dem langen Strand (ok, 3 Schafe waren noch da) und hatten im Hintergrund große graue Berge. Wunderschön. Das Wasser war natürlich rattenkalt. Aber Imba und Sammi hielt das nicht davon ab sich in Klamotten in die Wellen zu stellen. Fast 1,5 Stunden lang. Am Ende klapperten die Zähne ganz ordentlich.

 

Am Mittwoch hielten wir dann endlich mal an der Hauptsehenswürdigkeit dieser Gegend: Hraunfossar (gesprochen: Raunfossar). Wir sind da schon oft vorbeigefahren, aber dieses Mal hielten wir, aßen ein Eis in Jonas Restaurant und guckten uns (kurz) den Wasserfall an. Echt eine andere Art von Wasserfall, denn das Wasser strömt aus dem Lavahang an vielen Stellen in den Fluss Hvítá (gesprochen Kwitau). 

Danach besuchten wir Rona, ihre zwei Kinder und das deutsche Aupair Mareike.

Sie kamen mit uns nach Giljar zum baden und ich konnte das zweite Mal in dem schönen Wasserfall baden. Mareike fand das Wasser VIEL zu kalt, aber der Wille in dieser unbeschreiblichen Umgebung zu baden war größer und am Ende jauchzte sie auch frohlockend im Strudel :-)

 

Am Donnerstag war dann shopping angesagt. Es war zwar warm, aber so windig, dass das Baden bei uns auf der Farm unattraktiv war. So fuhren wir nach dem Einkaufen in einen "Wald" zu einem See und badeten dort. Naja, ehrlichgesagt war das Wasser zu kalt zum baden, aber wir verbrachten den Nachmittag dort. Am Fuße des Vulkans Grábrók (gesprochen Graubrauk).


Ausgewandert?

Habe die erste Nachfrage aus Deutschland erhalten, ob ich ausgewandert sei. Die Person würde sich darüber nicht wundern, wenns so wäre.

Ich fühle mich ein bisschen geehrt durch die Frage muss ich ehrlich zugeben.

 

Und was ich bis dato sagen kann ist, dass ich unglaublich gerne noch den Herbst hier erleben würde. Schafe nach Hause bringen aus den Bergen. Das muss unglaublich sein. Unglaublich anstrengend, intensiv und wunderbar.

Aber das erlebe ich dann vielleicht mal irgendwann anders.


Wunderbar.

25. Juli 2017

Es war Sonntag und das erstemal in der Woche schien die Sonne so richtig. Der Klassiker seitdem ich hier bin, :-)

Die Familie war auf eine Taufe eingeladen und ich ergriff die Chance, um mit Regina einen längeren Ausritt zu machen. Eigentlich wollte ich Elding reiten, das Pferd das im letzten Beitrag in groß abgebildet ist, aber sie hatte ein loses Hufeisen. Erst war ich traurig, denn dieses Pferd ist so unglaublich schnell, aber mit Raudstjarna war ich am Ende auch super zufrieden.

Am Montag war dann so richtig Sommer und wir hatten einen vierstündige Reittour mit 5 Gästen. Wir stoppten an einer schönen Aussichtsstelle und Einar brachte uns Saft und Kekse dorthin. Er war nicht so richtig begeistert davon, da er eigentlich mit dem Heu arbeiten musste, aber für uns war es großartig. Auf dem Rückweg holte ich mir sogar einen kleinen Sonnenbrand (yeah, geschafft: Sonnenbrand in Island!!)

Der Tag war bis dahin eigentlich schon ganz wunderbar, aber es wurde noch besser! Wir gingen mit den Kindern zum kleinen Wasserfall um die Ecke und die kleinen plantschten im kleinen Becken und wir großen stürzten uns nach ca. 10 Minuten Überwindungszeit in den großen Strudel. WUNDERBAR.

Das war wirklich so toll und das erste Mal waren alle Kinder uneingeschränkt gut gelaunt.


Bilder der letzten Tage.

22. Juli 2017

Ich gebe es zu ich war ein bisschen bilderfaul die letzten Tage. Das liegt auch daran, dass sich bei mir eine gewisse Routine eingestellt hat. Auch im Betrachten der Landschaft hier. Es sieht bei jedem Wetter anders aus, aber da es mir nicht gelingt dies auf den Fotos entsprechend einzufangen, mache ich weniger Bilder und genieße mehr.

 

In den Bilduntertiteln findet ihr kleine Erklärungen.


heute tut mein Hintern weh.

21. Juli 2017

Happy birthday Holle!

 

Nachdem ich heute 6 Stunden auf 4 verschiedenen Pferden saß, spüre ich tatsächlich das erstmal meinen Hintern. Unsere Reitgäste haben das ja schon oft nach einer Stunde reiten....

Aber der Tag war toll.

Ich wachte auf mit dem Gedanken, dass das Wetter ganz und gar umeinladend ist. Die Wolken hingen so extrem tief und es alles war feucht. Ich kam in die Küche und Josefina erklärte mir was für ein tolles Wetter heute sei. Nur nicht fürs Heu machen, aber sonst sei es wunderbar. Okay, dachte ich mir, gehe ich also reiten.

Immer wenn eins unserer horse rental Pferde an einem Tag etwas komisch war mit Gästen, reiten Josefina oder ich dieses am nächsten Tag. Meistens liegt es ja an den Reitgästen, wenn ein Pferd komische Sachen macht, aber sicher ist sicher.

Also nahm ich Sleipnir und brach zu einem Ausritt auf. Der Gute hatte darauf so ganz alleine, ohne andere Pferde, nicht so richtig viel Lust. Aber die mystische Landschaft entschädigte mich.

Auf dem Rückweg traf ich Regina mit Margarida, die auf dem Nachbarhof leben und im Restaurant in der Gegend arbeiten.

Hatte ich euch von Regina schon erzählt? Mit ihr habe ich schon zwei tolle Ausritte gemacht.

Auf jeden Fall war Sleipnir gleich viel besser drauf in Gesellschaft anderer Pferde und die Wolken verzogen sich von Minute zu Minute auch etwas weiter in die Berge.

Regina war dabei Margarida das Reiten beizubringen. Leider auf einem Pferd, dass eher was für Fortgeschrittene ist. Wir ritten dann gemeinsam nach Giljar und holten Myrra von der Weide. Myrra ist unser Pony für Kinder, die alleine reiten können sollen und gehört eigentlich Snorre. Das ist der Nachbar, bei dem Regina und Margarida wohnen. Margarida bekam von mir also Myrra und ich nahm Skaga, das Pferd mit dem sie gekommen war und wir ritten wieder zurück zum Nachbarhof (ca. 30min) Das ist übrigens der Hof, der in Video Nr. 2 vorkommt, wohin unsere Pferde ausgebrochen waren.

So konnte sie alleine reiten, nicht als Handpferd, und einige Erfahrungen sammeln.

Auf dem Hof angekommen tauschte wiederum Regina ihr Pferd und wir ritten gemeinsam (ich auf Myrra, sie auf einem frischen Pferd) zurück nach Giljar.

Ein hin und her war das.....aber lustig. Vor allem weil Regina echt nett ist.

Den Nachmittag verbrachte ich mit Unkraut jähten im Garten bevor ich eine zweistündige Reittour mit einem meiner Lieblingspferde (Elding) begleiten durfte. Und auf der Hälfte dieser Tour fand ich dann plötzlich meinen Sattel extrem hart und nun tut mein Hintern echt weh....naja, das gehört auch mal dazu.


es ist immer hell.

18. Juli 2017

Ich wurde es mittlerweile schon sehr oft gefragt, deshalb gehe ich hier mal darauf ein. (Selbst die Reitgäste fragen das)

Ist es wirklich nie dunkel?

Ja, es ist immer hell. Zur Zeit haben wir den Sonnenuntergang um kurz nach 11 und den Sonnenaufgang um 3:47 Uhr. Vor drei Wochen, als ich ankam, war Mittsommer, da war der Abstand noch geringer.

Und wenn ihr jetzt mal nachguckt wann zu Hause wirklich der Sonnenuntergang ist, dann wisst ihr, dass es danach nicht schlagartig dunkel ist. So ist das hier eben auch. Es dämmert in Richtung dunkel werden nach 23:09 Uhr und das geht dann nahtlos über in die Dämmerung zum hell werden.

Habe ich mich daran schon gewöhnt?

Ehrlichgesagt habe ich mich nach 3 Tagen dran gewöhnt gehabt und ich genieße es. Ganz neu ist das für mich ja nicht durch meine etlichen Skandinavienurlaube. Den einen Segelsommer in Norwegen, der rund um Mittsommer stattgefunden hatte, ist mir dabei in besonderer Erinnerung geblieben. Dort wurde es zwar mal dunkel nachts, aber das habe ich nie erlebt. Selbst wenn ich spät ins Bett bin war es noch hell und morgens immer schon hell, wenn ich aufstand.

Auf Giljar startet der Tag immer erst gegen 9:00 Uhr. Das heißt aber auch, dass wir abends relativ lange am rödeln sind. Irgendwie ist der ganze Tag ein bisschen nach hinten verschoben. Dafür braucht man die Helligkeit nachts dann auch ;)

Kann ich schlafen und gibt es Rollos?

In meinem Zimmer gibt es ein halbherziges Rollo. Damit bekommt man es aber nicht wirklich dunkel. Das macht mir aber auch nichts, denn ich brauche es nie stockdunkel zum schlafen. Und wenn es dann doch mal ZU hell ist und mich nervt, dann habe ich ne Schlafmaske, die ich aufsetzen kann, Wer allerdings gerne im stockfinsteren schläft, der hat hier sicherlich Probleme.

Und meine Lieblingsfrage: Kann man bei euch Nordlichter sehen? (Sorry, XY)

Im Winter ja. Denn dazu braucht man Dunkelheit. ;-)

 

Die Bilder, die ich hier zeige sind alle zwischen 22:30 und 23:30 Uhr entstanden (an sonnigen Tagen):


Akranes.

Die zweite "Stadt", die ich hier kennengelernt habe ist irgendwie nicht größer als Fischerhude glaube ich.

Okay, es gibt mehr Supermärkte, ein Kino, einen Hafen und eine Fabrik in Akranes, die irgendwas aus Fisch macht. Das ist mehr als Fischerhude zu bieten hat, aber mehr Einwohner gibt es nicht.

Trotzdem war es das erste Mal seit 3 Wochen, dass ich einen Bürgersteig benutzt habe und eigentlich war der Plan in ein Café zu gehen während Josefina mit den Kids im Kino ist. Aber irgendwie bin ich dann bei den Leuchttürmen hängen geblieben und war erstaunt wie schnell 90 min. vergehen.

 

Das Wetter hat sich leider wieder in eine Mischung aus grau, Wind, Regen und ein bisschen Sonne verwandelt. Ungelogen hatte ich gestern während eines 60 Minuten Ritts 3x Regen, 2x Sonne und 2x krassen Wind. Total verrückt.

Aber es war auch der erste Satz, den ich über Island gelesen habe: "Wenn dir das Wetter in Island nicht gefällt, dann warte fünf Minuten."

 

Gestern Nachmittag hatte ich Spaziergeh-Ponyreiten-Gäste mit denen ich zum Wasserfall gegangen bin. Auf dem Weg dahin passierte uns eine Wanderreitgruppe mit ca. 10 Reitern und 80 lose laufenden Pferden. Das war atemberaubend und wunderschön anzusehen. Zu unserem Glück machten sie hinter der nächsten Kurve Pause (Pferdetausch) und wir sahen sie auf dem Rückweg nochmal.

Ich habe mit dem Gedanken ja auch schon öfter gespielt sowas mal zu machen, aber jetzt steht mein Entschluss fest. DAS kommt auf die Bucketlist.


eine neue Leidenschaft?

15. Juli 2017

Soweit würde ich vielleicht noch nicht gehen, denn der nötige Perfektionismus ist bei mir einfach nicht vorhanden, aber trotzdem habe ich noch ein neues Video gemacht. Ganz ohne Pferde. Naja, fast!

Meine ganze Playlist gibt es auf Youtube.

Und das neueste Video hier:


drei Tage Sommer.

12. Juli 2017

Am dritten Tag Sonne nacheinander habe ich es tatsächlich gewagt und eine kurze Hose angezogen. 17 Grad und Sonnenschein fühlen sich hier zwar deutlich wärmer an als sie das zu Hause tun, aber so RICHTIG warm ist es dann eigentlich auch nicht. Egal!

Am Tag zuvor waren wir auf einer Farm, dessen Namen ich nicht schreiben kann, weil ich nicht weiß wie ich meiner Tastatur diesen einen Buchstaben entlocken kann....Auf jeden Fall leben dort ein Isländer und seine Frau aus Venezuela. Sie haben sich in Deutschland kennengelernt, weshalb sie deutsch miteinander sprechen. Ein lustiges deutsch ;)

Josefina machte Fotos von ihrem Haus, Grundstück und der Aussicht, die sie für ihre Internetseite verwenden wollen (sie bauen gerade drei Häuschen am Wasser für Gäste). Wir wurden (natürlich) zum Mittagessen eingeladen und da ich auch unbedingt das ganze Grundstück bewundern könne sollte, fuhren Josefina und ich eine Runde mit dem 4wheel. Hui....das macht Spaß!

Es gibt dort auch eine kleine vorgelagerte Insel, zu der man bei Ebbe zu Fuß hinlaufen kann. Cuxhaven-Neuwerk in Miniaturformat.

Wieder zu Hause sprangen die Kinder in den Fluss hinterm Haus und ich konnte meinen verstauchten Fuß kühlen. Herrlich!


Ja genau deshalb. (Video Nr.2 )

11. Juli 2017

Letzte Woche sind drei unserer Jungpferde ausgebüchst und beim Nachbarn aufgeschlagen. Josefina hatte daraufhin versucht sie nach Hause zu treiben, aber das fanden sie irgendwie den falschen Weg.

Also machten wir uns am nächsten Nachmittag/Abend mit einer größeren Truppe auf den Weg die Ausreißer nach Hause zu bringen. Marona und ich zu Pferd, Josefina (,die ihre zwei Pferde vom Vortag noch beim Nachbarn stehen hatte) und Einar mit dem Auto.

Die Anführerin der Ausreißer sollte als Handpferd mitkommen. Leichter gesagt als getan, wenn sie noch nie auch nur ein Halfter getragen hat.

Die Aktion die Pferde fertig zu machen dauerte eine ganze Weile und war ganz schön nervenaufreibend. Nicht weniger nervenaufreibend war mein Job bei der Sache: Auf Sammi und Bubbi aufpassen, so dass sie erstens nicht bei den Pferden unter die Hufe kommen und sich zweitens nicht gegenseitig an die Gurgel gehen.

Dagegen war dann das Treiben der Pferde ein Kinderspiel. ;)

Leider hatte ich Elding als Pferd dabei, die es absolut nicht mag hinten zu laufen und dann sehr ungemütlich wird. Aber wir haben das ganz gut gemeistert würde ich sagen....

 

Den Rest des Abends habe ich in bewegten Bildern festgehalten und ich hoffe ihr habt Freude beim anschauen meines zweiten Videos.


Sonniger Sonntag.

10. Juli

Ich habe jetzt schon drei Sonntage hier auf Giljar erlebt und alle hatten eins gemeinsam: es waren die einzigen richtig sonnigen Tage der Woche. Total irre :)

Hier mein Sonntag bebildert.


Das Essen.

mal so zwischendurch.

 

Eigentlich hatte ich gar nicht vor das Essen zum Thema zu machen. Andere Länder, andere Sitten eben. Und in einer Familie mit drei Kindern kann man eh keine kulinarischen Hochgenüsse erwarten. Da sind die Eltern schon froh, wenn überhaupt was ordentliches gegessen wird.

Aber nun haben sich einige Kuriositäten doch gehäuft und ich mache das Thema zum Thema.

 

Es begann damit, dass ich in diesem Haushalt außer Tomaten nicht wirklich Gemüse entdeckt habe anfangs. Und bis auf Dosenmais und eine Gurke ist da auch sonst nichts hinzugekommen in der Zwischenzeit. Sehr gewöhnungsbedürftig für mich. Aber ok.

Tomaten gibt es hier dafür umso mehr. Denn Einars Mutter betreibt einige Gewächshäuser mit Tomaten. Das liegt daran, dass sie unmittelbar an der heißen Quelle wohnen, von der ich schonmal berichtet habe und mit dem heißen Wasser kann man natürlich auch ganz prima Gewächshäuser beheizen. Und alles was komische Formen hat oder bereits zu rot ist geht nicht in den Verkauf und ein Großteil eben auch zu uns.

Als Birgit dann an einem Abend mal einen Salat gemacht hat, haben die Kinder gefragt was das sei. Das war für mich ein Schockmoment. ;-)

Ein weiteres Highlight folgte vorgestern. Josefina berichtete mir, dass Menschen, die es nicht gewohnt sind so viel Brot zu essen wie die Isländer, hier total auseinandergehen und ganz viel zu nehmen. Ich habe mir sehr auf die Zunge beißen müssen ihr nicht zu erklären, dass das vielleicht eher an der Qualität und Art des Brotes liegt und nicht an der Menge. Denn es ist halt eher Toastbrot was hier in rauen Mengen verzehrt wird. In allen Haushalten.

Heute Nachmittag sollte ich dann einen Rharbarbercrumble (schwedische Art) für die Kinder machen. Alter Falter, isländischer Rhabarber hat es echt in sich. Das verziehen sich sogar meine Gesichtsmuskeln. Wer halt nur 1x die Woche Sonne sieht, kann auch nicht süß werden......

Und zu guter letzt habe ich hier gelernt wie man Skir eigentlich isst. In Deutschland gibt es ja mittlerweile ne riesige Auswahl an Skir. Die ist sehr ähnlich zu der, die es hier gibt, aber hier isst man den fettarmen Skir immer mit einem ordentlichen Schuss (einem kleinen See in der Schüssel) Vollfettmilch oder Sahne. Milchreis, den es hier auch oft zum Abendbrot dazu gibt isst man übrigens auch immer mit zusätzlicher kalter Milch.

 

Ach, und der Kaffee. In der Regel steht der Löffel im Becher, wenn man ihn auf den Bauernhöfen bekommt ;-)

 

 


Das Schaf.

8. Juli 2017

Danke für das Feedback zu meinem Video. Tatsächlich sitze ich jetzt schon an Video Nr. 2 :-)

 

Wir haben auf Giljar leider einen Todesfall zu betrauern. Es ist ein Schaf gestorben. Das traurige daran ist, dass es ihr Lamm zurücklässt und wir jetzt 5 Flaschenlämmer haben.

Mama Schaf hatte sich bereits vor meiner Ankunft das Horn gebrochen. Und zwar so nah am Kopf, dass sich die entzündete Wunde bis dahinein gefressen hat und die Tierärztin vermutet, dass ihr Gehirn in Mitleidenschaft gezogen wurde. Am Tag vor ihrem Tod hatte sie allerdings wieder gefressen und versucht aufzustehen. Einar hat ihr daraufhin eine Art Hängematte gebaut, in der sie dann mit dem Bauch hängen konnte und die Füßen auf dem Boden stellen konnte. Umso trauriger, dass sie dann doch gestorben ist. Und obwohl Josefina und Einar rund 400 Schafe besitzen ist es doch nicht egal, dass es nun eins weniger gibt.

 

Heute war in Hvanneyri (gesprochen Kwanneri) im landwirtschaftlichen Museum Tag der offenen Tür. Im Begleitprogramm ist auch eine Ausstellung, in der Josefina 4 Bilder ausstellt. Deshalb waren wir dort. Und außer uns noch jede Menge andere Menschen. So viele Menschen auf einem Haufen sieht man in dieser Gegend selten und für Einar war das eigentlich so gar nichts. Aber es war auch ein Treffen der Einheimischen und irgendwie kannten sich echt fast alle. Das zu beobachten war toll. Und es ist wirklich kein Klischee: Die Isländer tragen ihre Islandpullis wirklich. Nicht nur zu Festen, wie eine Tracht, sondern auch einfach so im Alltag. Das ist voll schön! Ich hoffe, dass ich hier noch einen gestrickt bekomme *fingerscrossed*

Es war besonders voll auf diesem Fest, weil alle Bauern da sein konnten. Es war nämlich richtig mistiges Wetter bis zum frühen Nachmittag. Richtig doller Regen und das, wo doch alle dachten heute würde die Sonne scheinen und gestern Gras gemäht haben fürs Heu machen. Richtig doof!!


Mein erstes Video.

6. Juli 2017

Ich bin richtig aufgeregt gerade. Ich präsentiere euch mit gemischten Gefühlen das Ergebnis meiner ersten Schritte in Sachen Video. Ich bin ein kleines bisschen stolz und ein bisschen mehr beschämt über die Qualität. Aber die Freude euch einen kleinen Einblick in mein Leben hier auf Giljar geben zu können überwiegt. Also hau ich das jetzt raus.

Ich hoffe die Einstellungen sind richtig gewählt. Es soll nämlich für euch sichtbar sein hier, aber auf YouTube nicht gelistet werden.

Wenn was nicht hinhaut, dann schreibt mir gerne. Meine E-Mail-Adresse funktioniert sogar in Island ;)


Pimp up your farmlife.

5. Juli 2017

Gestern habe ich endlich mal meine Kamera mitgenommen auf einen Ritt. Ich war mit meinem aktuellen Lieblingspony Radstjarna unterwegs, die leider nicht so gut stillstehen kann und wenn ich abgestiegen bin zum Bilder machen immer ins Bild gelaufen ist. Ich habe dann aber, später am Tag, zufällig die Videofunktion wiederentdeckt und dann mal n bisschen rumprobiert. Wenn ich es einigermaßen hinbekomme mit dem Schneiden, dann zeige ich euch das Ergebnis. Da die Pferde heute nämlichen einen day off haben, habe ich den Vormittag genutzt mich mit iMovie bekannt zu machen.

Auf jeden Fall hat es bei mir nun die Lust geweckt mehr Videos zu machen und Josefina würde diese dann auch gerne auf ihrer Facebook-Seite "horses & handcraft" zeigen. Mal sehen..... Ein paar spannende Locations habe ich schon im Kopf.

Bitte erwartet nicht zu viel. Vorallem qualitativ.

 

Den Nachmittag waren wir mit der gesamten Familie in Borgarnes. Das ist hier der nächste größere Ort, in dem man mehr als Brot und Milch einkaufen kann. Ich war nun endlich einmal in einem isländischen Supermarkt. Die Produkte sind in der Summe irgendwie eine Mischung aus schwedischen, deutschen und amerikanischen Produkten. An manchen Stellen gibt es nicht einmal eigene isländische Etiketten. Das gleiche gilt auch für die landwirtschaftlichen Produkte und Pferdesachen (in so einem Laden war ich heute tatsächlich schon das dritte Mal ;)

Aber richtig geil ist das isländische Lakritz. Die haben nämlich eigenes und wenn mir das nicht gestern jemand erzählt hätte, dann wäre ich gar nicht darauf aufmerksam geworden.

Das Lakritz ist weich, dünn und leicht salzig. Exakt (!) mein Geschmack. @Alina: wenn du kein Lakritz mitgebracht haben willst musst du dich melden, ansonsten ist das fest eingeplant :-)

Und es gibt irre viele Schoko-Lakritz-Variationen. Riegel mit Lakritzstangen drin, Kugeln mit Lakritzfüllung, Streuselmischungen. Eigentlich ja geil, wäre da im Ausland nicht das Problem, dass die Schokolade oft so schlecht ist......

 

 

Ach, und jetzt noch was zu gestern. Die "Nachbarin" und Kindergärtnerin von Bubbi hat 4 Kinder und seit 1 Woche ein neues Aupairmädchen, die wohl andere Leute, die hier arbeiten, kennen lernen will. Die waren dann gestern Nachmittag mal hier. Patricia aus Spanien, Madrid glaube ich. Leider konnte ich ihr nicht so richtig das bieten, nachdem sie suchte glaube ich. Ich kann mal mit ihr ausreiten, aber Interesse hier die nächste Party zu finden und mich regelmäßig mit anderen Aupairs oder so zu treffen verspüre ich nicht. Ich bin halt nicht mehr Anfang 20 und zusätzlich ja auch nur 6 Wochen hier.

 

Als sie weg waren musste ich fast lachen, weil ich mir so unglaublich alt und uncool vorkam. Ich bin dann wie so ne Hausmutti in die Küche, habe das Geschirr abgewaschen, das Kaninchen im Garten gefüttert und habe gelesen.


Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.

3. Juli 2017

Die letzten Tage vergingen leider nicht wie im Fluge. Am Wochenende ist der Kleine logischerweise nicht im Kindergarten und wenn Einar Heu machen muss und eine Reittour ansteht oder ein Besuch des Reitturniers, dann bleibe ja nur noch ich übrig mich um die Racker zu kümmern.

Da mich der Mittlere nach wie vor versucht zu ignorieren, weil das mit der Verständigung mit ihm echt schwer ist, ist das nicht so richtig spassig. Spielen und Lesen fällt damit schonmal raus und obwohl es isländische Farmkinder sind toben sie auch nicht so gerne draußen rum. Aber irgendwas ist ja immer.....

So lasse ich sie in den meisten Fällen machen und wenn sie sich gegenseitig an die Gurgel gehen, dann gehe ich dazwischen. Man muss das pragmatisch sehen.

 

Das Wetter gestern war zur Abwechslung mal wieder richtig schön. Lustigerweise waren es bisher immer die Sonntage, die sonnig waren. Ich schleppte nachmittags dann ne ganze Ladung Sättel nach draußen und begann mit Teil 2 der Lederpflege. In der Sonne mit Blick übers Tal. Die Flaschenlämmer kamen neugierig vorbei, die Hunde gesellten sich zu mir. Das war isländische Farmidylle.

 

Jetzt warte ich darauf, dass einer der Eltern vom Heu machen bzw. der Reittour zurück kommt, die Kinder ins Bett bringt und ich mit meiner Abendroutine beginnen kann: Rasenmäher-Ponies aus dem Garten entfernen, Zäune schließen, Pferde auf die große Weide bringen.

Das passiert immer so gegen 22.00 Uhr und um 23.30 Uhr ist dann meistens Schicht im Schacht hier. Dafür wird morgens länger geschlafen. So läuft das hier auf den Höfen in Island. Im Sommer, wenn weniger mit den Tieren zu tun ist, viel schlafen und Kräfte sammeln für den Herbst, wenn es an den Schafabtrieb geht.


Farmarbeit.

1. Juli 2017

Etliche Ledertrensen, -halfter und -zügel werden von mir mit Lederöl versorgt. Den ganzen lieben langen Vormittag hab ich das heute getan. Ich helfe Birgit ein Pferd zu beschlagen (neue Hufeisen) und versuche ein Pferd, das nicht ordentlich tölten will zu überzeugen es doch zu tun. Ich passe auf die Kinder auf und helfe im Haushalt. Abends/kurz vorm schlafen gehen schließe ich die Zäune (das dauert so ca. 30 min) und lasse die Pferde auf die Weide. Morgens - nachm aufstehen- hole ich sie mit Hilfe der Hunde wieder rein. Wenn Reitgäste da sind, mache ich die Pferde fertig und begleite die Ritte teilweise. So vergehen die Tage wie im Flug.....


Genau deshalb.

29. Juni 2017

Ich wollte seit Jahren, eigentlich seit ich 13 bin nach Island. Aber einfach nur Urlaub machen, das wollte ich irgendwie nie. Und in den letzten Tagen hat sich genau das bestätigt.

Am Dienstagabend kam Birgit nach Giljar, die über mehrere Ecken Josefina bekannt ist, und es hieß "Auf gehts, lasst uns Schafe ins Hochland bringen!"

Im flotten Tölt ging es erst ca. 10km nach Westen am Fluß entlang und dann nebeneinander, in großem Abstand zueinander den Berg hinauf, die Schafe vor uns, die vom Hund bereits zusammengesammelt wurden. Teilweise war es so steil oder sumpfig, dass wir die Pferde führen mussten. Oben angekommen hatten wir eine irre Aussicht. Nicht nur in unser Tal, sondern auch ins nächste. Auf Schotter und durch Sumpf ritten wir dann auf dem Höhenzug bis zum Land von Giljar zurück, passierten am See, zu dem ich ja schonmal gewandert war und niemals dachte, dass man dahin reiten könnte, den Zaun und ritten den Berg wieder hinab. Das war es. Das war das Island, dass ich unbedingt erleben wollte. Das was man mit einer Tagestour zu Pferd sicherlich nur schwer erreichen kann und das hier doch so selbstverständlich ist.

Und diese Pferde in dieser Landschaft zu erleben, wie trittsicher sie auf Steinen, Felsen, Sumpf und weiteren schwierigsten Untergründen laufen können, ist so unglaublich beindruckend und wunderschön!

 

Und am nächsten Tag ging es gut weiter.

Birgit ist Pferdefotografin und organisiert ab Samstag eine Fotoreise hier auf Island. In dieser Woche ist sie auf der Suche nach guten Locations und besucht die Höfe, auf denen fotografiert werden soll. Auf einen nahm sie mich mit. Hinterher bzw. auf der Fahrt dorthin erfuhr ich, dass es einer der besseren (sehr guten?) Zuchthöfe auf Island ist, die jedes Jahr Elitehengste hervorbringen. Ich habe davon ja so absolut überhaupt keine Ahnung, aber es war super interessant und ein schönes Pferd erkenne ich ja auch so grad noch. ;)

Wie das auf Island eben so ist, wurden wir erstmal ins Haus gebeten und später auch zum Abendbrot wie selbstverständlich dazugesetzt.

Auf dem Rückweg besuchten wir die wasserreichste heiße Quelle Islands (Deiltartunga), meine erste Sightseeingtätigkeit hier.

 

Gestern waren wir dann auf einem Islandpferdeturnier. Dem zweigrößten des Landes, dass zur Zeit in Bogarnes stattfindet. Eigentlich auch absolut nicht meine Welt, aber am Ende dann doch sehr interessant. Vor allem weil Birgit mir ne ganze Menge Pferdekram auf deutsch erklären konnte. Ich musste feststellen (naja, ich wusste es auch vorher schon), dass ich im Bezug auf Pferdezucht, Islandpferdesport etc. ein umfangreiches Halbwissen besitze ;)

Abends bzw. ich sollte besser sagen nachts waren wir dann noch reiten. Mit Birgit und ihrer bigfatCamera. Wir sind wieder auf den Berg hoch. So gegen 23.00 Uhr war das. Zurück waren wir gegen 1.00 Uhr.

Um Mitternacht wurde es etwas dämmrig, um 1.00 Uhr leuchteten die Wolken dann schon wieder rosa. Verrückt :-)

Ich bin gespannt auf die Bilder. Ich habe selbst keine gemacht. Denn dafür ich hätte ich mindestens mal kurz meine Handschuhe ausziehen müssen und weil der Wind so eiskalt pfiff da oben, habe ich darauf verzichtet.

 

 

Ach, und was ich bei all den Highlights der letzten Tage beinahe vergessen hätte zu erwähnen: Ich habe bereits meine ersten Reittouren geleitet. Jeweils einstündige Ritte. Das hat echt Spaß gemacht und die Gäste waren super zufrieden und sehr happy hinterher. 

Ich bin jetzt eine Woche hier und muss sagen, ich habe mich ganz gut eingelebt und freue mich jeden Tag über so viele kleine Dinge. Und wenn ich dann auch noch dazu beitragen kann, dass Andere eine tolle Urlaubserfahrung mehr im Gepäck haben, dann ist das ganz großes Kino!


Draußen

26. Juni 2017

Die letzten zwei Tage habe ich eigentlich nur draußen verbracht.

Gestern war richtiges  Sonntagswetter. Schon beim "frühen" aufstehen schien die Sonne, der Himmel war blau und der Wind fast weg. Unfassbar schön sah alles aus. Wie frisch gewaschen. Ganz klar und sauber und mild.

Zum Glück durfte ich die morgendliche Reittour begleiten, denn wir ritten in Richtung Gletscher, den ich tatsächlich das erstmal in seiner ganzen Pracht sehen konnte. Selbst Josefina machte ein Foto dieser irren Aussicht.

Ich ritt wieder Elding, die sich in der Gruppe tatsächlich besser benahm als am Vortag alleine. So konnte ich das Tölten durch die herrliche Landschaft richtig genießen.

(Ok, es gibt auch eine Kehrseite bei Sonne und keinem Wind: etliche Mücken, die nicht nur die Pferde nerven, sondern auch den Menschen.)

Nach einem für euch uninteressanten Nachmittag brach ich um halb 8 zu einer kleinen Wanderung auf. Das ist so großartig. Es ist bis Mitternacht taghell und da die Sonne schien, fühlte es sich an wie Nachmittag. Also los. Immer dem Fluß entlang, dem Canyon folgend, an 7 oder 8 Wasserfällen vorbei bis zum kleinen Bergsee. Und das alles auf dem Grundstück von Giljar. Und das ist nur einer von 4 Flußläufen gewesen.

 

 

Heute war dann Farmtag für mich. Bevor ich beim Frühstück fragen konnte was heute ansteht klingelte das Telefon und alles ging ganz schnell.

Die kleine Herde mit Jungpferden war ausgerissen und ins 10km entfernte Reykholt gelaufen. Zur ehemaligen Farm einer der Stuten.

Ich brachte die anderen Pferde auf ihre Tagweide (die ich liebevoll Diätweide nenne) und musste feststellen, dass die Hunde zwar n super Job machen beim Pferde eintreiben, nicht aber, wenn man die falschen Kommandos gibt....*hust* Aber die Pferde mussten rein, bevor wir fahren konnten. Also musste ich mit eintreiben und rennen......

Wir fuhren dann zu den Ausreißern und liefen hinter ihnen her nach Hause. Ich nur den halben Weg, denn da sie die richtige Richtung stets beibehielten fuhr ich mit Einar zurück zum Hof. Er brachte dann einen der Hunde für Josefina zur Unterstützung. Diese Stunden waren Island pur. Pferde treiben. Schafe treiben. Mit dem Auto durch den Fluss fahren, Zäune auf und zu machen. Nebenbei erklärte Josefina immer noch wer auf welcher Farm lebt und welche Pflanzen wir gerade zertrampeln auf dem Weg die Schafe einzutreiben.

Den Nachmittag verbrachte ich mit Zaunbau und Reiten. Eigentlich Zaunabbau. Es war der Kampf gegen riesige Grasverflechtungen (rund um den Maschendraht) und diversen Massen an verschiedenen Zaundrähten. Und der Kampf mit Hraeingdúr und dem Tölt. Das erste Mal, dass ich Reiten echt als harte Arbeit empfunden habe.

 

 


Wind

24. Juni 2017

Happy birthday Steffi!

 

Also das mit dem Wind, das ist ja so ne Sache. Nicht nur, dass der echt kalt ist, so dass die Isländer wieder ihre Winteroverals anziehen, nein er macht auch, dass die Kinder nicht draußen spielen und sich gegenseitig an die Gurgel gehen im Haus und den Geräuschpegel ins unermessliche steigen lassen und er macht die Pferde nervös.

So startete der Tag eigentlich erst so richtig am Nachmittag als der Wind ein bisschen nachgelassen hatte. Sogar die zweimaligen, sehr kurzen Sonnenmomente konnte ich dann einfangen.

 

Ich bin heute zwei Pferde geritten. Einmal Glói als wir mit zwei Reitgästen unterwegs waren und dann noch Elding, das Pferd von Josefinas Schwiegermutter, das in letzter Zeit etwas schwierig war. Hui, das war ein Spaß. Endlich mal durch die Landschaft tölten. Leider ist Eldning nicht so brav, dass ich nebenher hätte Fotos machen können. Naja, irgendwas ist ja immer......


Angekommen

23. Juni 2017

 

Mitten in der Nacht ging es los, es sollte die letzte Dunkelheit sein, die ich für lange Zeit erleben würde.

In Island angekommen machte ich dann direkt Bekanntschaft mit dem ÖPNV. Mit dem Flybus vom Flughafen in die Stadt fährt wohl fast  jeder. Im Anschluss kaufte ich das einzige Ticket, dass mir die App Straetó (ÖPNV-App) anbot und fuhr mit dem Stadtbus zum Umsteigepunkt Mjódd. Dort kaufte ich dann diese lustigen kleinen Glitzer-Schnipsel, die einen Wert von 1.350 Kronen hatten (ca. 12€). Ich dachte die wären ein schönes Mitbringsel für einen ehem. Kirchentagskollegen, der ÖPNV-Tickets sammelt, aber beim Busfahrer warf man die dann einfach in eine Art Mülltüte. Schade.

Nach 1,5 Stunden Busfahrt war ich dann in Borgarnes. Das ist auf der Karte im letzten Beitrag links neben dem roten Marker zu sehen. Wahnsinn was ich an beeindruckender Landschaft auf dieser Busfahrt schon sehen durfte. In Borganes holte mich Josefina dann ab und wir fuhren nach Giljar. Unterwegs erzählte sie mir schon so viele über sich, die Landschaft, die Region und so, so dass ich heute bei meinem ersten Ausritt direkt schon Fragen der Gäste beantworten konnte, sie auf den Gletscher am Horizont hinweisen konnte und nicht das Gefühl hatte eigentlich genau wie sie das erste Mal hier zu sein. Voll gut!

 

 

Der erste Ausritt heute war toll. Wir ritten mit den Anfängern nur Schritt, es regnete ab und zu, war mega windig und dadurch rattenkalt. Aber es war gut!! Mein Pferd Skelmir ist erst seit einem Jahr im Reitbetrieb und deshalb noch nicht so abgestumpft wie die anderen es teilweise sind.  Was ja auch voll gut ist für Gäste. Ich hoffe ich kann Skelmir noch öfter reiten und von und mit ihm lernen.

 

 

Ich würde so gerne die ganze Landschaft hier auf Giljar erkunden, denn hier auf dem Grundstück sollen sich jede Menge Wasserfälle verstecken, aber dafür gibt es sicherlich auch auf Island bessere Wetterbedingungen als heute.


Mein Zuhause auf Zeit

Wollt ihr mal luschern, wo ich die nächsten 6 Wochen verbringen werde:

Giljar bei Reykholt ist der Ort.

 

Und der Hof bzw. Josefina hat auch eine Webseite:

horses & handcraft

Ich glaube so könnt ihr euch ein sehr gutes Bild machen.

 

Viel Spaß beim Stöbern solange ich noch keine eigenen Bilder präsentieren kann.

 


Die Vorbereitung

Es ging ja schon wieder gut los mit mir und dem Flüge buchen.

Zu meiner Reiseroutine gehört mittlerweile rund eine Woche vor dem Start einmal meine Dokumente zu checken. Ist alles da? Muss ich mich noch irgendwo registrieren oder Sitzplätze auswählen? Sowas halt. Im Falle der Islandreise auch: Habe ich auf jedem Flug dieselbe Gepäcklimitierung?

Flug 1 geht von Hamburg nach Brüssel mit Ryanair. 20kg darf ich da mitnehmen.

Flug 2 geht von Brüssel nach Reykjavik mit WOW-Air. Gepäck? GEPÄCK? kein Gepäck? ......WHAAAAT??!!??

nach 18 Minuten in der Warteschleife der deutschen Hotline erklärte mir eine englischsprachige Callcenterdame, dass ich kein Gepäck gebucht habe, nicht mal Handgepäck. Sowas gibt es?

10 Minuten und 50 Euro später war dann Handgepäck und ein 20kg-Koffer gebucht. PUH, gerade nochmal gut gegangen.

Flug 3 geht von Reykjavik nach Hamburg mit Icelandair. 23kg. All good!

Wirklich alles gut? Irgendwas ließ mich erneut stutzig werden. Es war mein Name. ABCH stand dort überall geschrieben.

Das fehlende i konnte ich bisher nicht ergänzen lassen. Mal sehen was noch geben wird...... no risk, no fun?

 

Zur weiteren Reisevorbereitung gehörte für mich, da es ja zu den Pferden geht, jede Menge waschen und desinfizieren.

Nach Island dürfen unter keinen Umständen Tierkrankheiten eingeschleppt werden, da es diese dort nicht gibt und die Pferde entsprechend auch keine Widerstandskräfte dagegen besitzen. Also müssen Gummistiefel, Wanderschuhe, Reithosen, mein wollender Norwegerpulli und und und in die Waschmaschine, ins Desinfektionsbad bzw. in die Reinigung. Schonmal Gummistiefel mit ner Zahnbürste geputzt? Zum Glück war gutes Wetter und ich konnte das bei schönstem Sonnenschein auf dem Balkon erledigen.

 

Außerdem habe ich seit Mitte Mai nochmal Reitunterricht genommen auf dem Islandpferdehof Seppensen. That was fun.

Mit dem Fahrrad in den Zug nach Buchholz i.d. Nordheide und dann nochmal 4 km Radfahrt bis zum Hof. Mein Ziel war es Gewissheit zu erlangen, dass ich wirklich reiten kann, Fehler, die ich mir angewöhnt habe austreiben zu lassen und tölten zu lernen. Große Ziele, zumal ich seit 20 Jahren keinen Reitunterricht mehr hatte. Fand auch meine Lehrerin.....aber nach der 1. Stunde war sie einverstanden, dass ich diese Ziele behalten kann und wir das hinkriegen. YEAH!